Mittwoch, 18. Februar 2015

Erwiderung zum Leserbrief von Bernd Brüning in der WN vom 18.02.2015

Erwiderung zum Leserbrief von Herrn Bernd Brüning und zur Debatte insgesamt:
Leserbrief Bernd Brüning 18.02.15 / Quelle: WN

Ich habe im Bio-Leistungskurs im Zusammenhang mit Ökosystemen gelernt, dass diese ziemlich komplex sind und auch kleine Veränderungen dramatische Auswirkungen haben können (ein See kippt z.B.). Die Wissenschaft geht mit überwältigender Mehrheit von der Wahrheit des Paradigmas aus, dass der Mensch (wesentlichen) Einfluss auf und Ursache des aktuellen Klimawandels ist, alles andere ist zumeist Pseudowissenschaft. Verschwörungstheorien sind zwar populär, aber sollten unseren Blick nicht trüben.
CC BY-SA 2.0 - Martin Abegglen /flickr

Wenn wir jetzt also annehmen, dass wir unsere Energieversorgung langfristig umstellen müssen, ist Windkraft erstmal eine klasse Sache. Es zeugt von viel Mitgefühl, dass die Gegner die mangelnde Wirtschaftlichkeit einer WKA beklagen – ist aber nicht ihr Bier. Der Gesetzgeber hat die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen über Fördersätze festgelegt und Grundstückseigentümer / Projektentwickler gehen hier ein persönliches unternehmerisches Risiko ein. Ebenso wurden Richtlinien für Planungsgebiete und Abstandsregelungen festgelegt, um u.a. Anwohner zu schützen. Verspargelung, gesundheitlichen Auswirkungen von Schlagschatten und andere Bedenken wurden an dieser Stelle bereits berücksichtigt. Persönliche Betroffenheit mag zu einem anderen Standpunkt führen, es geht hier aber um das gesamtstaatliche Interesse, deswegen gibt es Bundes- / bzw. Landesrechtliche Regelung. Diese Regelungen sind Ergebnis eines demokratischen Prozesses und sind daher von enormer Legitimität.

Wenn wir nicht bis ins Jahr 2100 in Lüdinghausen unseren Strom weiter aus Braunkohlekraftwerken im Ruhrgebiet beziehen wollen, sollten wir langsam starten, einen Energiemix zu erzeugen. Solarkraft ist schon da und Windkraft (in Maßen) sollte folgen. Wer sich hier auf den Weg begibt hat jedes Recht dazu, muss aber anscheinend in Kauf nehmen es sich mit den Nachbarn zu verscherzen. Mit diesen sollte ein Dialog geführt werden, vll. eine Beteiligung am Nutzen (GELD) erfolgen. Mehr nicht.


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