Dienstag, 21. Februar 2012

Klappe auf: Quo Vadis Florapark?



Angesichts der anstehenden erneuten Behandlung im Planungsausschuss war das Thema Pilgrim / Florapark in den vergangen Tagen wiederholt in der Zeitung präsent. Der Bürgermeister hat seit Weihnachten keine Chance ausgelassen, die aus seiner Sicht absolut falsche Entscheidung, nämlich die Ablehnung des Gartencenters, anzumahnen. Daher wird es am Donnerstag interessant:


Prolog

Für das seit Jahren brachliegende Pilgrim-Gelände gibt es seit ca. einem Jahr einen Interessenten, die Firma Florapark aus Dorsten. Sie möchte zusätzlich zu ihrem Stammsitz ein weiteres Gartencenter errichten, daran soll ein kleines Cafe angedockt werden, das von der Bäckerei Terjung betrieben werden soll. Nach der ersten Vorstellung des Projektes in den Ausschüssen der Stadt regte sich der Wiederstand örtlicher Gartenbau- und Floristikunternehmen. Aufgeschreckt von den aufkeimenden Protesten ließ die Stadt insgesamt zwei Gutachten erstellen, die die Konkurrenzsituation, insbesondere für die Innenstadt, beleuchten sollten. Vor Weihnachten erfolgte dann mit einstimmigem Beschluss das Aus für die weitere Planungen, der Planungsausschuss lehnte die Auslegung des Bebauungsplans ab.

Die Debatte

Pro
Contra
Schaffung von Arbeitsplätzen
Gefährdung von lokalen, kleineren Betrieben durch übermächtige Konkurrenz
Einnahme von Gewerbesteuern
Entwertung der Innenstadt durch Nebenzentrum
Anziehen von Kaufkraft aus Nachbarkommunen
Planungsalternativen (Park, andere Firmen,..) wurden nicht mal geprüft
Sanierung und Aufwertung des „Schandflecks“ Pilgrim-Gelände
Bedarf für Floristik/Gartenbau laut Einzelhandesgutachten bereits zu 95% abgedeckt
Attraktives Kaufangebot für Bürger
Die Ansiedlung war ein intransparenter Alleingang des Bürgermeisters
Günstigere Preise durch höheren Wettbewerb
Hohes Verkehrsaufkommen, gerade auch am Wochenende

Die Akteure

In der Hauptrolle:            Bürgermeister Richard Borgmann 
(Nachdem sein Traum eines Gartencenters von seiner eigenen Partei der CDU hinterrücks zerstört wurde, lässt er nichts unversucht, um Öffentlichkeit und Politik doch noch umzustimmen.)
                                        CDU
(Nachdem anfangs das Vorhaben befürwortet wurde, erschien der Lüdinghauser CDU nach dem Studium der Gutachten die Folgen eines Gartencenters für Innenstadt und lokale Betriebe als zu hart. Mit dieser Entscheidung zeigte sich wiederum der Seppenrader Ortsverband sehr unzufrieden, er bestand öffentlich auf die Ansiedlung von Florpark. Setzt sich hier Seppenrade durch?)     
                                        UWG*
(Hat von Anfang an gegen das geplante Gartencenter gestimmt, weil die Planung intransparent und nur auf Florapark beschränkt war. Der erhöhte Wettbewerbsdruck  war hingegen kein Hinderungsgrund. Ob sie sich aber überwinden kann, dem Bürgermeister hier am Ende doch noch zu helfen?)  
                                        Bündnis90/Die Grünen
(Treten zwar für die Überplanung des Geländes ein, sympathisieren aber auch mit einer alternativen Verwendung, einer Grünfläche etc. Behagt außerdem die geplante Größe des Gartencenters nicht, hat daher bisher stets dagegen gestimmt. Gilt weiterhin, lieber großer Garten statt großes Gartencenter?)
                                                            SPD
(Lehnt die Ansiedlung von Florapark wegen der beschränkten Planung, aber vor allem zum Schutz der lokalen, Lüdinghauser Betriebe ab. Aber vll. ändert sich dass durch die geplante, weitere Reduzierung der Innenstadt-relevanten Artikel?)  



Nebenrollen:                               Hüwelgemeinschaft
(Trat zunächst nicht in Erscheinung, schreckte aber auf, als das Gartencenter vor Weihnachten abgelehnt wurde. Hat jetzt einen Bürgerantrag gestellt) 
                                                            FDP
(Ließ bisher keine erkennbar eigene Meinung erkennen, hat aber wie die CDU zunächst dafür und dann dagegen gestimmt)  


*der Autor ist befangen

Der Schlussakt ...


...findet am Donnerstag im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung statt. Alle Bürger und Interessierte sind eingeladen ab ca. 17.30 Uhr am öffentlichen Teil der Sitzung teilzunehmen. Der Eintritt in das Ausschusszimmer der Burg Lüdinghausen ist wie immer kostenlos. Für Unterhaltung ist gesorgt.