Donnerstag, 15. März 2012

Schulpolitik im Hinterzimmer - *UPDATE*

*UPDATE*
Laut Auskunft der Verwaltung in der Sitzung des Schulausschusses ist keine interfraktionelle Beratung mehr geplant. Das Ergebnis der pädagogischen Arbeitsgruppe wird direkt im Schulausschuss beraten. SUPER!
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Der Schullandschaft in Lüdinghausen steht vor großen Umbrüchen. Wie in allen Teilen des Landes stehen wir vor der Frage: Wie geht es weiter mit unseren Schulen? Welche Schulformen werden in den nächsten Jahren mehr oder weniger nachgefragt? Wird es weiter eine Hauptschule geben?
Quelle: Schulentwicklungsplanung Lüdinghausen (Bürgerinformationssystem)
Alle Parteien haben im Rahmen der stattfindenden Erstellung des Schulentwicklungsplans Ende letzten Jahres einen Prozess auf den Weg gebracht, an dessen Ende möglicherweise eine Fusion von Real- und Hauptschule zu einer Sekundarschule oder die Neugründung einer Gesamtschule steht. Denn nachdem das Beraterbüro von Herrn Dr. Garbe die Prognose der Schülerzahlen für die kommenden Jahre abgeschlossen hatte, lautete die Empfehlung angesichts drohender Einzügigkeit der Hauptschule ab 2017 ( nur noch 33 Schüler), seine dringende Empfehlung hier bereits jetzt aktiv zu werden und nicht auf ein "Ausbluten" zu warten.


Das Verfahren

Herr Dr. Garbe wurde von der Stadt in der Folge mit der Beratung zur angestrebten Umgestaltung beauftragt. Er arbeitet zusammen mit Schulleitern, Lehrern und Schülern in einem Arbeitskreis an einem Konzept für eine Sekundarschule, während die Alternative Gesamtschule im Hinterkopf verbleibt. Während der Ausschusssitzungen wurde von Ihm immer wieder betont, wie wichtig es ist, bei einer solchen möglichen Fusion zweier Schulen alle Beteiligen "mitzunehmen" und auch insbesondere in der Politik hier einen Konsens herzustellen und beim Bürger für das angestrebte Modell zu werben, um eine möglichst große Akzeptanz für die "neue" Schulform Sekundarschule herzustellen.

Das Problem

Hier beginnt allerdings das Problem. Ich kann mir zwar sehr gut eine Sekundarschule in Lüdinghausen vorstellen, sehe aber nicht, dass sich alle Parteien auf einem Weg befinden, die Bürgerschaft bei diesem Zukunftsprojekt mitzunehmen. Um den Arbeitskreis (Pädagogik) politisch zu begleiten möchten Bürgermeister und die anderen Fraktionen eine interfraktionelle Arbeitsgruppe einrichten, um die Ergebnisse zu beraten und dem Schulausschuss dann eine Empfehlung auszusprechen. Dieser soll dann das Ergebnis (Sekundarschule) beschließen.

Nur: Wo wird da die Bevölkerung mitgenommen? Überzeugt diese Beratung im Hinterzimmer die jungen Eltern dieser Stadt, ihr Kind auf diese bisher unbekannte Schulform zu schicken? Warum soll die politische Abwägung nicht-öffentlich stattfinden? Es gibt dafür einen Fachausschuss, den Ausschuss für Bildung, Kultur und Soziales. Fachausschüsse sind dafür da, Entscheidungen für den Rat vorzuberaten und eine Empfehlung abzugeben, also exakt dass, was jetzt diese politische Arbeitsgruppe tun soll. Die Beratungen für die neue Schule in Lüdinghausen gehören genau dahin. Eine Entscheidung, die Schullandschaft der nächsten 20 Jahre in Lüdinghausen wesentlich prägen wird, gehört nicht ins Hinterzimmer, sondern auf den Tisch. Wenn dann der Bürgermeister Bedenken wegen vertraulichen Personalangelegenheiten äußert ist das doch nur vorgeschoben: Auch im Ausschuss können und werden diese Dinge dann nicht-öffentlich behandelt.

Der Appell:

Um aber möglichst viel Überzeugungsarbeit für die neue Schulform zu leisten sollten die Beratungen dazu öffentlich und transparent im Ausschuss stattfinden. Traurig, wenn man mit der Meinung im Rat allerdings allein dasteht...