Donnerstag, 29. November 2012

Statistik des Quartals* - Wie alt ist Lüdinghausen?

Neuer Versuch, regelmäßig diese Kategorie zu bespielen... Der Demographische Wandel ist in aller Munde. Senden hat jetzt einen Demografierat und auch Lüdinghausen sollte anfangen, sich mit der Situation in 10, 20 oder 30 Jahren auseinander zu setzen.
Es sollte also darum gehen, mehr Möglichkeiten für Altersgerechtes Wohnen zu schaffen, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu fördern, Ärzte zu halten usw.
Was passiert? - Wir haben einen Bürgerbus eingerichtet. Applaus.

Nein im Ernst, der Bürgerbus ist eine super Sache, die hoffentlich auch weiter gut angenommen wird. Aber die Hauptthemen im Stadtrat und Haushaltsbuch sind Investitionen in Schulen, ins Schwimmbad, Leistungssporthalle, Musikschule und Straßen.
Klingt alles gut, nur ist vieles davon primär auf Jugendliche und Familien ausgerichtet. Daher wollte ich mir mal anschauen wie es in Lüdinghausen so alterstechnisch aussieht.

Wie alt ist Lüdinghausen? Und: Wie alt ist Lüdinghausen in 20 Jahren?



IT NRW hilft hier mit der offiziellen Bevölkerungsstatistik sowie der Hochrechnung für 2030.


Mit der blauen Linie deutlich zu sehen ist der Stand heute. Ein großer Anteil der Bürger ist zwischen 40 und 60, die kleinere Welle von 10-25 sind deren Kinder. Das ist aus zweierlei Gründen ein Problem: In 20 Jahren ist diese große Bugwelle nach rechts weitergewandert, dass bedeutet für mich steigende Rentenbeiträge, für Lüdinghausen aber, dass der größte Teil der Bevölkerung einfach alt ist.

Das führt dazu, dass weniger Grundstücke als früher gebraucht werden, weil weniger Kinder eine neue Familie gründen werden. Es heißt auch, dass Angebote, die sich primär an Jugendliche richten, nicht mehr ausgelastet sind, zumindest bei den heutigen Kapazitäten. Das vermisse ich leider oft, wenn über das neue Schulgebäude, die nötigen Räume für die Musikschule oder die Sporthalle gestritten wird.

Ich finde es aber natürlich gut dass meine Ratskollegen so wenig an sich selbst denken und vermeintlich etwas Gutes für ihre Kinder/Enkelkinder tun wollen. Aber die Schulden für überdimensionierte Angebote möchte ich dann auch ungern zurückzahlen. Da doch lieber ein bisschen Egoismus, schließlich ist der überwiegende Anteil der gewählten Stadtverordneten 50 40+. Genaugenommen 39 von 40 = 97% ;-)

Kommentare:

  1. Lieber Florian, du bist nicht der EInzige der unter 50 ist.
    Zur Statistik sei kurz angemerkt, dass sich
    der Demografiefaktor schon 2020 auswirkt, dann aber, relativ gesehen, so bleibt. Zur Grafik: Aus den Werten eine Kurve zu machen, ist keine saubere Darstellung.
    In den Diskussionen zur Musikschule, des Schulentwicklungsplanes und auch z. B. zum Sporthalenbedarf wird immer wieder auch Bezug auf künftige Nutzerzahlen genommen. Die Darstellung ist zu einseitig und die Realität sieht anders aus, die meisten Stadtverordneten aller Parteien haben dieses im Blick

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    1. Danke, hab das Alter dann mal auf 40 herabgesetzt.

      Ich möchte auch garnicht in Abrede stellen, dass sich da einige zu Gedanken machen. In der Sitzungsvorlage für den BKS taucht der Begriff Demografie ja gleich mehrfach auf.
      Worten und Taten gehen am Ende aber oft auseinander:

      - Die Kollegen die eine Gesamtschule fordern, wollen massiv neue Räume bauen, Platz der in den nächsten 10 Jahren benötigt wird, in 20 aber wohl weniger.
      - Ist Union auch in 20 Jahren noch in der Lage, die Leistungssporthalle mit Leistungssport zu "füllen", gibt es dann noch genug Sportler und auch Organisatoren im Verein?
      - Anbau für die Mariengrundschule, der in einigen Jahren teilweise leerstehen könnte, ohne Gedanken um spätere Umnutzungsmöglichkeiten (Bücherei z.b?)

      Wenn wir da auf einer Wellenlänge sind, umso besser.

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  2. Das ist ein guter Aspekt. Wer soll eine Leistungssporthalle nutzen, wenn wir demographische Entwicklungen ernst nehmen. Wir können solche Projekte nicht temporär isoliert betrachten, sondern als Teil der Gesamten Stadtentwicklung inklusive unter Beachtung demographischer Entwicklungen.

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